Haben die Theologen nie erklären können: Was soll das Baby mit Gold anfangen? Wir sprechen von ca. 80.000 Kirchenvätern und Uni-Theologen seit ca.100 n.Ch.
12. Der Charakter Jesu

Entweder wurden Worte und Taten Jesu von den Autoren der Evangelien erfunden, um den ersten Gemeinden Texte für die Gestaltung ihres Zusammenlebens und ihrer Predigten zu liefern. Oder es gab einen realen Jesus der so war, wie sie ihn beschrieben haben. Nehmen wir letzteres an.

12.1 Bestechlich?

Drei Standesvertreter fragen in Bethlehem herum: Wo ist der König der Juden. Die Männer dringen in das Geburtshaus von Jesus ein und halten das Kind für einen Königssohn, dessen Gunst sie offensichtlich erringen wollen. Weiter Matthäus (2,11):

Dann holten sie ihre Schätze heraus und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben da.

Und was passiert? Jesus, als Mensch zwar noch Säugling, als wahrer Gott natürlich geistig schon voll entwickelt, nimmt die Geschenke an. Korrekt wäre gewesen, die Lobbyisten auf ihren Irrtum hinzuweisen - ich bin kein weltlicher König - und überhaupt - ich bin unbestechlich. Ob Jesus später die Spender dieser wertvollen Gaben in irgend einer Weise begünstigt hat, ist nicht bekannt.

12.2 Hat Jesus die eigene Tasche gewirtschaftet?

12.2.1 Jesus und seine Jünger waren arm

Übereinstimmend berichten die Evangelisten, Jesus habe seine Jünger aufgefordert, ihren Arbeitsplatz aufzugeben. Brot und Wein wurden nur zu besonderem Anlass vermehrt. Bei allen Wundern, die Jesus vollbrachte, konnte er Bares offenbar nicht herstellen. Die Jünger und ihr Anführer waren also für ihren Unterhalt auf milde Gaben angewiesen. Aussendung der Jünger in (Mk 6,9):

Er gebot ihnen außer einem Wanderstab nichts mit auf den Weg zu nehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel ...

12.2.2 Wieso falsche Terminierung?

Wenn die Adressaten seiner Verkündung des Weltendes noch in dieser Generation die um ihn versammelten Zuhörer waren, hieß das ja: Was wollt ihr noch groß mit euren Habgütern anfangen, wenn das Reich Gottes vor der Tür steht. In Hinsicht von 12.2.1 sind seine im Kontext erfolgten Spendenaufrufe einigermaßen problematisch.

12.2.3 Gebt den Armen

(Lk 12,33): Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen ... (Mk 10,21): Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen ....

12.3 Der wandernde Jesus: Wunderheiler und Geheimniskrämer

12.3 1 Illegales Vorgehen

Altes Testament, das Buch Levitikus, für Juden verbindliche Sammlung von Vorschriften und Gesetzen. (20,27):

Männer oder Frauen, in denen ein Toten- oder Wahrsagergeist ist, sollen mit dem Tod bestraft werden.

Obwohl es also verboten war, zieht Jesus die Massen vor allem durch Heilungen und die Austreibung böser Geister an.

12.3.2 Aufforderung zu Unaufrichtigkeit

Jesus täuscht die Behörden. Er heilt einen Aussätzigen und benutzt ihn zur Verschleierung seiner Umtriebe. (Mk 1,44):

Erzähle niemanden etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll ihnen als Beweis meiner Gesetzestreue dienen.

Der Mann erzählte alles weiter ...

... sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte.

Ob der Behörden wegen oder weil die Geheilten wieder erkrankten, bleibt offen. Auferweckung einer Toten. (Mk 5,42):

Sofort stand das Mädchen auf und ging umher ... Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren.

Jesus heilt einen Taubstummen. (Mk 7,35):

Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen.

12.3.3 Verschweigt Identität

Der herumziehende Jesus sagt nicht, wer er ist. Er lässt andere mit zweifelhaftem Leumund für sich sprechen. Ein Geist aus einem Mann aus Karfanaum eröffnet Jesus (Mk1,24):

Ich weiß wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl Jesus: Schweig, und verlass ihn ... (Mk1,34): Und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden, denn sie wussten, wer er war.

Die Bezeichnungen für das Wesen sind nicht einheitlich. (Mk 3,11):

Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrieen: Du bist der Sohn Gottes. Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

12.3.4 Ermahnung

Dass Jesus weder besonders mutig noch aufrichtig agiert, gar zu Lüge auffordert, sollte den TSCP-Betreibern zu denken geben.

12.4 Jesus im Urteil seiner Umgebung

Es kommt zu einem Gedränge, weil sich viele Kranke um Jesus scharen. (Mk 3,21):

Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen. Denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

Jesus besucht seine Heimatstadt. Die Bewohner erkennen ihn und tuscheln (Mk 6,3):

Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon. Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.

© Studiengruppe RDW

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