Jesu Himmelfahrt
Laut Lucas war Jesus beschnitten, also also hatte seine von der katholischen Lehre postulierte Schönheit einen Makel. Damit haben sich Tausende von Theologen ernsthaft beschäftigt. Denn Jeusu Christus im Himmel ist ja nur in Vollkommenheit vorstellbar. Eine Lösung: Gott gab ihm seine Vorhaut bei der Himmelfahrt zurück - natürlich vergrößert, wie ein Verfechter dieser These betont.
1 Existenz einer Vorhaut Jesu fraglich

1.1 Alter und neuer Vertrag

Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Es war sehr gut (Gen 1,31).

Folgen wir der Bibel weiter, hat Gott beim genaueren Hinsehen dann doch noch einen Schwachpunkt ausgemacht, den es zu korrigieren galt. Genesis (17, 11-12), Gott der Herr spricht zu Abraham:

Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. Alle männlichen Kinder bei euch müssen beschnitten werden, sobald sie acht Tage alt sind ...

Nach christlicher Lehre hat Gott den ersten Vertrag gekündigt und mit der Entsendung seines Sohnes einen neuen mit den Christen geschlossen. Warum es am Fleisch Jesu einer Beschneidung bedurfte, bleibt ein Rätsel.

1.2 Autoren drücken sich

Die Evangelisten Markus und Matthäus umschiffen das Problem, in dem sie den 8. Tag im Leben Jesu einfach übergehen. Nur Lukas hat es sich nicht so einfach gemacht (2, 21-23):

Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus ... Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn ...

1.3 Die Kirchenväter zunächst ratlos

Christlicher Gottessohn und doch nach jüdischem Brauch beschnitten, nunmehr im Himmel zur Rechten Gottes, ohne Vorhaut? Statt das Problem theologisch sauber zu klären, zog es die Kirche vor, den Akt an einem speziellen Feiertag zu verherrlichen.

1.4 Kein zeitgenössischer Hinweis über Verbleib der Vorhaut

Leider hat der zitierte Gewährsmann nicht überliefert, ob die Eltern das abgeschnittene Häutchen in weiser Vorrausicht aufbewahrt haben. Der Brauch sieht dergleichen nicht vor. Sollte es als Abfall behandelt worden sein, wäre das Klon-Projekt nur realisierbar, wenn sich eine höhere Vorsehung der Vorhaut angenommen hätte.

© Studiengruppe RDW

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